
am 18.–19.8.2012 fand, wie mehrfach angekündigt, die Keinzelfall Konferenz des Landesverbandes Berlin statt. Mehrere Menschen von denen ich sehr viel halte, kümmerten sich um die Orga und hielten Vorträge und/oder Workshops. Ich lernte ebenfalls interessante neue Menschen kennen und konnte von ihnen mehr über Gruppenbezogene Diskriminierung (insb. Antisemitismus und Rassismus) lernen.
Es war ein wahnsinnig heißes Wochenende und entsprechend waren zwar wenig Menschen anwesend, die meisten Inhalte werden aber auf keinzelfall.de bald verfügbar sein.
Und trotzdem konnte man von einigen Seiten im Vorfeld und danach Kritik an der Veranstaltung vernehmen. Da flüsterte es von der einen Seite “die Hases-Feigenblatt-Veranstaltung”, dann gab es Streit, ob man Piratenreferent*innen bezahlen dürfe und zu guter Letzt hieß es, die Orga-Leute wären sooo unglaublich anstrengend, dass man mit denen nicht zusammenarbeiten könne.
Referent*innen
Rechtlich ist es offensichtlich nicht zulässig, Parteimitlglieder für Referententätigkeiten zu bezahlen. Allerdings schienen das im Vorfeld der Konferenz nicht alle Vorstandsmitglieder zu wissen. Die Orga, der ich da keinen Vorwurf machen kann, erhielt von unterschiedlichen Vorstandsmitgliedern offenbar unterschiedliche Informationen. Jenes Vorstandsmitglied schien sich nicht so gut auszukennen und informierte da wohl falsch.
Als dann Enno irgendwann mal wieder auf die Planung der Konferenz aufmerksam wurde, rief er plötzlich alles zurück und wollte Rechenschaft, die er durchaus verlangen durfte. Da hätte das Orga-Team eindeutig souveräner reagieren müssen und den Vorstand, der sie ja mit der Orga beauftragt hatte, direkt informieren.
Orga-Team
resultiert aus dem ersten Punkt und werde ich auch nicht weiter kommentieren.
Hases Feigenblatt
Eines der ersten Dinge, die ich Enno Park sagte, als der mich kurz nach dem Eklat um Hartmut Semkens Äußerungen anrief war, “ich mache nur mit, wenn es nicht die befürchtete Feigenblatt-Veranstaltung wird, die irgendwie von dem Mist ablenken soll. Also gibt es eine Auftaktkonferenz und dann regelmäßige Folgeveranstaltungen.” Darauf antwortete mir Enno: “Klar. Das kriegen wir sicher hin. Wir haben ja 10.000 Euro Jahresbudget für politische Informationsveranstaltungen.”
Und dann finde ich jetzt einen Haufen Initiativen, wie mit dem Budget weiter zu verfahren sei. Klar, der Landesverband soll sicher seine Meinung sagen dürfen, wie mit seinem Geld umgegangen wird. Was mich allerdings irritiert, ist der Zeitpunkt. So kurz nach der Konferenz, die zugegeben sehr kostenintensiv war. Nicht ein Vorstandsmitglied kam im Mai auch nur auf die Idee, eine Liquid Ini einzustellen, um den Landesverband zu der Konferenz zu befragen. Mittlerweile ist die große Aufregung abgeklungen und offensichtlich mag man sich im Landesvorstand jetzt nicht mehr ganz so intensiv mit den Gefahren von Rassismus und seinen Strategien beschäftigen. Schaut die Presse ja jetzt nicht mehr so intensiv drauf.
Die Kosten der Konferenz werden fälschlich mit 3.500 Euro angegeben. Tatsächlich war das die Höhe der bewilligten Kosten. Tatsächlich belaufen sich die Kosten der Keinzelfall-Konferenz auf 2.000 Euro all inclusive. Nicht viel, für eine 2-tägige Konferenz auf ziemlich hohem Niveau, glaube ich.
Was geht in jemndem vor, der zuerst verzweifelt um jede Hilfe bittet, sich dann nicht mehr um die Angelegenheit kümmert und dem plötzlich alles zu viel wird? Ich verstehe das einfach nicht.
Allerdings hoffe ich stark, dass der neue Landesvorstand noch einmal darüber nachdenkt, was mit Keinzelfall geschehen wird. Es gibt bereits die ersten Planungen, die Konferenz in andere Bundesländer zu exportieren. Erste Landesvorstände haben bereits Interesse angemeldet.
