Offener Brief an die Piraten Berlin

Landesmitgliederversammlung der Berliner Piratenpartei

Lieber Landesverband Berlin,

ich schreibe euch heute, weil ich vor kurzem gemeinsam mit herrurbach und plaetzchen einen offenen Brief an Hase geschrieben habe. Wir forderten ihn auf, zurück zu treten, um sich selbst und dem Landesverband Berlin nicht weiter zu schaden. Wir taten dies, da Hartmut kurz vorher in mehreren Blogposts und diversen Edits leider gezeigt hatte, dass er nicht in der Lage war, den Landesverband zu verwalten und zusätzlich dem Presseansturm stand zu halten.

Wir alle waren sauer aufeinander. Hase auf uns drei, weil wir viel zu schnell mit unserer Mail an die Öffentlichkeit gegangen waren (ca. 20 Sekunden nach dem Absenden der Mail an Hase), wir auf ihn, weil seine Posts für uns ein Schlag ins Gesicht waren.

Am vergangenen Mittwoch traf ich mich dann mit Hase um ein klärendes Gespräch zu führen. Dabei machte Hase mir klar, dass er mittlerweile sehr wohl weiß, was seine Aufgabe als Landesvorsitzender in Berlin ist: administrative und organisatorische Aufgaben zu erledigen. Also die politische Arbeit der Mitglieder zu unterstützen und wenn nötig zu koordinieren. Gerade die Wahl von Hase durch die LMV Berlin zeigte doch, dass genau das die Aufgaben sind, die die Berliner Piraten von ihrem Vorstand erwarten. Zwar haben wir nie wirklich darüber abgestimmt, aber dabei handelt es sich um einen dieser unzähligen gefühlten Konsense in dieser Partei.

Unser Landesvorstand möge sich also bitte bei politischen Äußerungen darauf beschränken, was wir bereits beschlossen haben oder ohne Beschluss den aktuellen Diskussionsstand wiederzugeben.

Alles in allem sind die drei Unterzeichner des offenen Briefs an Hase mittlerweile überzeugt, dass Hase mit der Hilfe der Berliner Piraten (das schließt uns drei mit ein) sehr wohl in der Lage sein wird, den Job als Landesvorsitzender gut zu erledigen. Er hat auch die Gelegenheit, mit der Initiative 1630 im Rücken ganz neu zu bewerten, ob er sich diesen Stress nach dem September weiterhin antun möchte. Allerdings kann er dies, wie alle anderen Mitglieder des aktuellen Landesvorstands, frei entscheiden.

Ich hoffe nun, dass niemand mehr glaubt, Stephan, plaetzchen oder ich wollten Hase absägen. Wir fühlen uns als Hases Freunde. Wir wollen ihm helfen.

Macht bitte mit. Wir wissen, dass Hase und wir in vielen Dingen unterschiedlicher Meinung sind. Aber wir wissen auch, dass die meisten von uns nicht wollen, dass ein Vorstandsmitglied im Gespräch mit der Presse seine Privatmeinung zum Besten gibt. Welche Auswirkungen das hat, haben wir alle bereits mehrfach erlebt. Schließlich hat unser aller regelmäßiger Shitstorm ja dazu geführt, dass unsere Vorstände sich eigentlich mit ihren Privatmeinungen sehr zurückhalten.

Jetzt aber nochmal in kurz mein Aufruf: Unterstützt unseren Landesvorstand! Sie machen das alle zum ersten Mal! Ihr habt sie gewählt, jetzt seht zu, dass wir gemeinsam vorankommen!

Danke, dass ihr das gelesen habt.

18 comments to Offener Brief an die Piraten Berlin

  • Anonym  says:

    Schon geil wie welches Bäumchen-Wechsel-Dich Spielchen du hier spielst. Sorry, aber das ist ne absolute Lachnummer. All das hättet ihr euch einfach mal früher überlegen können. Erst recht ein “Verantwortungs- und Mandatsträger” wie du m(

    • urbanpirate  says:

      Schon geil, wie der Bundespressesprecher meinen Blog anonym kommentiert.

  • sabine martiny  says:

    Ihr werdet WEISE! Über diesen Brief kann ich mich nur freuen!

    • urbanpirate  says:

      Naja, so notwendig der Brief von uns dreien an Hase war, so notwendig ist dieser an den Landesverband. Ich finde, alle, die betroffen sind, haben ein Recht darauf, zu erfahren, wenn es Neuigkeiten gibt. ;)

  • forschfrosch  says:

    Mal so ganz von außen betrachtet und nicht nur auf diesen Fall bezogen: Es ist aus meiner Sicht ein extrem wichtiges Distinktionsmerkmal der Piraten, dass Fehlerfreundlichkeit, Weiterentwicklung und damit einhergehend die Erlaubnis, seine Meinung ändern zu dürfen, wenn man von etwas überzeugt wurde, im Zweifel wichtiger sind als “klare Linie”. Denn genau die Angst vor Fehlern und der Zwang, immer bei einer einmal getroffenen Entscheidung bleiben zu müssen, sind ja die Ursache für viele der irrationalen Entscheidungen der “etablierten Parteien”.

  • Domi  says:

    So lange bei einer Wahl auch nicht das Aufgabenspektrum des Amts festgelegt ist, wird dieses nicht abgegrenzte Aufgabenspektrum weder durch eine Wahl bestätigt noch durch einen “gefühlten Konsens” untermauert. Auch wenn der Rücktritt von Hase meiner Meinung nach eine unterstützenswerte Forderung ist; weil er sich als Vorstand in der Öffentlichkeitsarbeit und in seiner Kritikfähigkeit wiederholt als inkompetent erwies, sind doch die Argumente in diesem Blogpost der künstliche Druck auf den Amtsinhaber von einer “gefühlten Mehrheit” hinter dem Autor. Den “gefühlten Konsens” sollte man als tatsächlich gefassten Konsens bei einer Wahl schriftlich dem Gewählten überreichen können. Rücktrittsforderungen, die lediglich dem Bauch des Autors entsprungen sind, haben die rhetorische Wirkungskraft populistischer Platzpatronen.

  • Domi  says:

    Kleiner Nachtrag: Der Autor forderte in diesem Post von Anfang an nicht mehr den Rücktritt des Landesvorsitzenden – eine Missinterpretation meinerseits.

    Die klärenden Gespräche, die hier als Auflösung des Konfliktes und wegen ihrer Ergebnisse als Grund für die Unterstützung des Landesvorstands dargestellt werden, hat es allerdings auch vorher schon von verschiedenen engagierten Mitgliedern gegeben, wo sich Hartmut sehr kritikunfähig gezeigt haben soll.

    Letztendlich wird er sich allerdings der Kritik stellen müssen – spätestens bei der nächsten Wahl des Landesvorstands.

  • Christopher Lang  says:

    Lieber Abgeordneter, unterlasse doch bitte derartige Unterstellungen. Nur weil jemand ebenso eine Ablehnung zu deinem Verhalten vertritt muss dies nicht zwangsweise ich sein. PS: Lieber Oliver, auch ich habe einen Namen und nicht nur eine Position, benutz selbigen doch bitte.

    • urbanpirate  says:

      Ich werde die IP-Adressen beider Kommentare einfach mal nicht veröffentlichen. Vielleicht sind sie ja identisch. m( Medienkompetenz…
      Hier ein Link auf den Download des TOR-Bundles von CHIP Online. (Vertrauenswürdige Quelle) http://www.heise.de/download/tor.html

  • kriegs ihn raus  says:

    Wie war das mit wir speichern nicht? Du scheinst ja sehr genau zu überwachen, welche IP-Adressen Deine Seite besuchen. Kannst Du ja machen, aber dann mach irgendein anderes Design und tu nicht so, als sei dies eine Piratenseite.

    Diese Seite ist ja auch über die Fraktion verlinkt und damit alles andere als eine private Seite. Bürger, die über die Seite eine Anfrage stellen werden also auch gleich mit IP erfasst?

    Jatzt aber noch schnell irgendwas im LQFB abstimmen 0:43 IP weiß ich selber nicht, aber Überwachungsnerds sicher und dann Klarnamen posten und mir irgendeine Nazi-Geschichte anhängen.

    Hinterher kann man ja immer noch sagen, dass es ein Versehen war.

    • urbanpirate  says:

      Zeig mir einfach nen Blog, bei dem du dich als Kommentator nicht autorisieren musst und dann reden wir weiter. Ungespeichert lesen ist halt was Anderes als ungespeichert kommentieren.
      Diese unqualifizierten Kommentare zeigen auch nur, wie unreflektiert Mantras heruntergebetet werden.

  • Dennis  says:

    Ganz ehrlich: Wenn ihr euch tatsächlich so sehr um den Stresspegel von Hase sorgt, wieso dann diese offenen Briefe mit dieser Dramatik? Damit ist doch niemandem geholfen.
    Vermutlich geht es weniger um das Wohl von Hase oder der Partei, sondern eher darum euch mediales Gehör zu verschaffen, um damit eine gewisse Selbstverliebtheit zu unterfüttern. In euren Texten werden häufig die Wörter “ich” und “wir” benutzt, was eure herausragende Stellung unterstreicht.

    • urbanpirate  says:

      Wer kommentiert wird gespeichert. So eoinfach ist das. Impressum lesen kann da helfen.

  • Lars  says:

    Guter Brief. Ich sehe an keiner der Phasen, die “Anonym” als “Bäumchen-Wechsel-Dich Spielchen” benennt, etwas negatives. Scharfe Kritik und Forderungen können Zugzwang einleiten, was als politisches Instrument sinnvoll ist. Dass sich das mit der Neubewertung von Situationen nicht ausschließt, zeigt der obige Brief.

    Im übrigen muss sich Anonym natürlich auch die Frage gefallen lassen, welches Bäumchen-Wechsel-Dich-Spielchen er selbst spielt. Mitglied einer Partei zu sein, die Transparenz fordert, um dann anonym zu kommentieren, wirkt auch etwas eigentümlich.

  • Hier nicht  says:

    Aus dem Impressum:

    Diese Daten werden im Normalfall nicht gesichtet oder in irgendeiner Weise verwendet. Sollten diese Daten zum Beispiel im Falle einer Störung Verwendung finden, können dennoch keine Rückschlüsse auf lebende natürliche Personen gezogen werden. Den gespeicherten Daten fehlt der Personenbezug und eine Zusammenführung dieser Daten mit anderen Datenquellen (RIPE-Einträge o.ä.), die vielleicht einen Personenbezug herstellen würden, findet nicht statt.

    Oli, Du stellst aufgrund gespeicherter IP-Adressen einen Personenbezug zu Christopher Lang her!
    Darüberhinaus ist dies keine bloße Privatseite, Du bist Abgeordneter und die Seite wird offiziell als Deine Abgeordnetenseite angegeben.

    Ich gehe nicht bei jeder Seite zuerst auf das Impressum, unabhängig davon sind Piraten gegen Schnüffellei und Vorratsdatenspeicherung. Gesetzlich mag es zulässig sein, bei einem angepassten Impressum die IPs zu speichern, aber erlaubt ist vieles, was schlecht ist. Das ist kein Maßstab.

    Nur btw. wäre ich gar nicht gegen jede Video und IP Aufzeichnung. 24 h sollte man die schon auf Vorrat speichern können, um evt. strafrelevantes zur Anzeige zu bringen. Aber Daten und Videos von unbescholtenen Bürgern mit kritischer Meinung dauerhaft zu speichern finde ich vom Staat daneben und von Dir auch.

    Ich setze hier keine IP Verwischungstechnik ein, ich fahre ja auch nicht mit Maske U-bahn. Aber ich muss auch nicht überall mit Namen auftreten, wenn ich es will, entscheide ich darüber.

    • urbanpirate  says:

      Noch mal ganz kurz und einfach: Es ist für mich vollkommen unproblematisch, die WordPress-Standard-Einstellung zu benutzen, IPs von Kommentatoren anzuzeigen. Dass ich bei C.Lang einfach nur drei Kommentare nach einem “anonymen” Kommentar einen von C.Lang mit identischer IP bekomme, liegt an seiner Medienkompetenz. Das jetzt mir anzulasten, finde ich schon weit her geholt.

      Ich lasse mich ja nicht von ihm in den Kommentaren meines eigenen Blogs für blöd verkaufen.

  • Hier nicht  says:

    Wer sich für blöd verkauft, soll doch der geneigte Leser feststellen. Wenigstens fair von Dir, dass Du die Kommentare stehen lässt, nachdem du die IP gesichtet hast, was nach Deiner Datenschutzerklärung eben im Normalfall nicht passiert.

    Ach Du hast die Erklärung nur kopiert? Klar kannste machen, aber halten solltest Du Dich schon daran.

    Nur btw Anonymität schützt Minderheiten und die Meinungsfreiheit. In einer Partei, wo eine mächtige Minderheit Schwache bloßstellt und Rechte der informationellen Selbstbestimmung verletzt, wird das Recht auf nichtnamentliche Teilhabe natürlich auch verstärkt genutzt.

    • urbanpirate  says:

      Bisschen hoch angesetzt, wenn man bedenkt, dass es um Kommentare auf meinem Blog geht. Wer komplett anonym sein will, soll TOR benutzen oder nicht kommentieren.

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